Januar 17

Hilft Selbstmanagement von Mitarbeitern immer nur dem Unternehmensinhaber?

Oder anders gefragt: Was wäre, wenn Ihre Mitarbeiter sich komplett selbst steuern, überwachen und motivieren würden? Wenn Sie keine Arbeit mehr mit Lob, Ermahnungen oder Überprüfung der Arbeitsleistung hätten?
Wie viel Zeit würde Ihnen solches Selbstmanagement einbringen, die Sie in das Wachstum Ihres Unternehmens investieren könnten?

Im ersten Moment werden Sie vielleicht einwenden, dass sich niemand vollkommen blind auf seine Mitarbeiter verlassen kann – und das auch niemand tun sollte. Das wäre schließlich blauäugig. Dieser Meinung zum Selbstmanagement möchte ich hier einmal klar widersprechen.

Das, was Mitarbeiter am meisten motiviert ist eben genau:

DIE EIGENE VERANTWORTUNG FÜR DIE EIGENE LEISTUNG.

Kontrolle macht nichts besser, sondern erzeugt lediglich Widerstand und “Dienst nach Vorschrift”. Lob macht manchmal etwas besser – jedoch nie für lange. Und es nutzt sich mit der Zeit ab.

Wie Selbstmanagement wirklich nachhaltig umzusetzen ist

Die einzige Chance Mitarbeiter WIRKLICH UND NACHHALTIG zu motivieren und sich im Management zu entlasten, ist: ihnen die Verantwortung für die eigenen Leistungen und das eigene Leistungsniveau komplett und vollständig selbst zu übergeben – und sie SICH SELBST GEGENÜBER zu verpflichten.

Alles schön und gut, werden Sie sagen – doch wie macht mache ich das? Das ist im Grunde ganz einfach, wenn Sie die Voraussetzungen dafür erst einmal geschaffen haben.

LEISTUNG MUSS QUANTIFIZIERBAR SEIN

Was man nicht messen kann, kann man auch nur schwer kontrollieren. Dieser Grundsatz wird Ihnen wahrscheinlich geläufig sein. Wenn Sie nicht die Leistung Ihrer Mitarbeiter messen und mit früheren Leistungen oder den Leistungen anderer vergleichen – haben Sie gar nichts. Nichts Konkretes mit dem Sie irgendwie arbeiten könnten.

Wenn Sie diese Leistungsniveaus auch Ihren Mitarbeitern zugänglich machen, haben Sie schon den ersten Schritt für ein besseres und zeiteffizienteres Management geschaffen. Machen Sie die Arbeitsleistung in Zahlen messbar, sehen Sie sich den IST-Zustand gemeinsam mit jedem Mitarbeiter an.

Was bringt es dem Unternehmensinhaber, wenn sich die Mitarbeiter selbst steuer
Jeder Mitarbeiter hat normalerweise das Interesse sich selbst zu steuern – wenn man ihn nur immer lassen würde!

Gerade in Firmen, in denen die Mitarbeiter häufig von zu Hause oder unterwegs aus arbeiten, ist es immens wichtig, dass Mitarbeiter und auch ganz klar deren Führungskraft oder der Unternehmensinhaber selbst Informationen über die Arbeitsergebnisse bekommen. Nur so kann dem Mitarbeiter rechtzeitig Unterstützung gegeben werden, wie er die gesteckten Ziele doch noch erreichen kann oder wie er aus einem möglichen mentalen Tief herauskommt.

Selbstmanagement – an zwei Beispielen erläutert

Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen, Herr A., ist für die Akquise zuständig. Dafür führt er Telefonate als Cold Calls. Das ist eine schwere Aufgabe – bei der sich viele Mitarbeiter oft aus Überforderung auch gerne ein wenig ausruhen.

Der messbare Teil der Arbeitsleistung ist, wie viele Kunden Herr A. an jedem Arbeitstag anruft. Hier gibt es einen Wert, den Herr A. an guten Tagen schafft – und einen Wert, der die Arbeitsleistung an Tagen zeigt, wo die Motivation eher im Kellergeschoss weilt. Beide Werte kann man zunächst einmal festhalten, sie schlagen sich in den Kennzahlen zur Mitarbeiterführung nieder.

Als Ausgangsbasis kann man dann einen Wert ZWISCHEN beiden Werten finden, den Herr A. AN JEDEM TAG leicht erreichen kann. Das ist zunächst der Zielwert.

Gleichzeitig gibt es einen qualitativen Maßstab: Nämlich wie viele der Anrufe zu einem erfolgreichen Ergebnis führen. Diese Quote ist kein quantitativer, sondern ein qualitativer Maßstab – der jedoch ebenso wichtig ist.

Dasselbe Beispiel kann auch für eine Social Media-Mitarbeiterin, Frau B. gelten. Hat Frau B. keine vorher festgelegten Ziele, wieviel Text- und Video-Beiträge auf LinkedIn, Facebook oder Youtube etc. sie posten soll und zu welchen Inhalten, dann kann sie auch nicht nachvollziehen, ob die Social Media-Strategie überhaupt Früchte trägt. Gerade in Unternehmen, die bislang noch wenig Erfahrung im Online-Business gesammelt haben, ist es essentiell, dass es Kennzahlen gibt, die regelmäßig gecheckt werden, um schnell die Maßnahmen anzupassen und um festzustellen, ob man auf dem richtigen Weg ist.

Eine einfache Excel-Tabelle der Mitarbeiterin, Frau B., reicht hier vollkommen aus, um einerseits selbst den Überblick zu behalten und nachjustieren zu können und andererseits jederzeit gegenüber Vorgesetzten auskunftsfähig zu bleiben.

Hier spielt für mich, genauso wie im ersten Beispiel, das Selbstmanagement eine noch größere Rolle als das Management, doch darf das Controlling keinesfalls außer acht gelassen werden.co

Wo kommt jetzt die Selbstmotivation ins Spiel?

Wichtig ist, keine SOLL-Werte von oben herab zu verordnen. Das wäre dann wieder nur eine Pflicht, der die Mitarbeiter ständig hinterherhinken – mit relativ wenig Begeisterung, kann man annehmen. So herum funktioniert es also nicht.

Um bei einem unserer Beispiele zu bleiben – wir nehmen uns nun die Zahlenauswertung vor, und lassen Herrn A. bestimmen, welche Quantität und welche Qualität er bei seinen Anrufen sicher jeden Tag schaffen kann. Das ist unsere Basislinie.

Häufig werden in Unternehmen Jahresendgespräche oder Jahresauftaktgespräche geführt, um einen Status Quo bei den Mitarbeitern zu erfragen, z. B., was der Mitarbeiter an Erkenntnissen im alten Jahr gewonnen hat, welche Ergebnisse er erreicht hat, ob und wie er sich fortbilden möchte uws. Oft werden diese Gespräche auch dazu benutzt, um Jahres-, Quartals-, Monatsziele etc. gemeinsam festzulegen. Das wäre dann natürlich die Gelegenheit die “großen” – jedoch nicht die Detail-, – Ziele dort zu besprechen und festzuzurren.

Nun lassen wir Herrn A. entscheiden, in welchem Maß er glaubt seine Leistung in den nächsten drei Monaten zu steigern. Das wird schriftlich festgehalten. Für den Anfang ist uns einmal völlig egal, zu welchen Steigerungen sich Herr A. in der Lage sieht. Wenn es überhaupt eine Steigerung gibt, haben wir den Prozess der unaufhaltsam absinkenden Arbeitsleistung (unseres größten Feindes als Unternehmer) immerhin schon einmal wirksam unterbunden.

Die Selbstkontrolle

Herr A. hat ein klares Ziel vor Augen. Und er ist SELBST DAFÜR VERANTWORTLICH Methoden und Wege zu finden, oder auszuprobieren, um seine quantitative und qualitative Arbeitsleistung auf ein höheres Niveau zu bringen.

Das Ziel hat er sich in unserem Gespräch SELBST GESETZT – es ist also ein EIGENES Ziel und keines, dass ihm ein übelwollender Chef einfach vor die Nase gesetzt hätte. Sie können davon ausgehen, dass Menschen in dem, was sie tun, SEHR GERNE immer besser werden wollen. Selbstmanagement unterstützt so den natürlichen Antrieb, seine Arbeit gut machen zu wollen – weil das Selbstachtung verschafft. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man dabei SEINE EIGENEN, SELBST GESTECKTEN Ziele anstrebt – und nicht einfach nur Planvorgaben “von oben”. Darin liegt der wesentliche Unterschied.

Und so klappt es dann auch …

Herr A. versucht seine Ziele nun SELBSTTÄTIG zu erreichen – ohne dass wir uns als Unternehmer darum kümmern müssen. Einmal im Monat meldet er kurz schriftlich zurück, auf welches Leistungsniveau er es geschafft hat, um uns informiert zu halten. Das ist keine Überprüfung – sondern eine Information, die auch gerne per E-Mail an den Chef oder die Führungskraft gehen darf. Es ist wichtig, dass Mitarbeiter das auch so empfinden – und sich nicht wieder neuerlich kontrolliert fühlen.

Am besten vereinbaren Sie mit Ihren Mitarbeitern, dass wenn sie ihre selbst gesteckten Ziele erreichen, keine Meldung abzugeben zu brauchen. Erst wenn Sie unter die Basislinie fallen, oder auf dem Weg zur Leistungssteigerung gar nicht vorankommen, müssen Sie nach einer festgesetzten Frist Bescheid geben.

Und nun: Wer würde sich die Blöße geben und seinem Chef eingestehen, dass er seine SELBST FESTGESETZTEN ZIELE nicht erreichen kann?! Es gibt wohl kaum etwas, was einem unangenehmer wäre, als DAS einzugestehen. Damit werden solche Fälle wohl die Ausnahme bleiben.

Was bedeutet das Selbstmanagement der Mitarbeiter für Sie als Unternehmensinhaber und Führungskraft?

Es bedeutet, dass nach dem ersten Gespräch mit jedem Mitarbeiter “alles auf dem Weg” ist, dass Leistungen künftig in vorhersehbarem Maß steigen werden – und dass Sie sich entspannt zurücklehnen können und nicht mehr zu kümmern brauchen. Sie ersparen sich mit erfolgreicher Umsetzung des Selbstmanagement eine Menge Kontrolle, Ärger und Maßregelungen. Und Ihre Mitarbeiter werden aus purem Stolz an ihren eigenen Zielen arbeiten. Denn die Peinlichkeit, SELBST AN SELBST GESTECKTEN ZIELEN versagt zu haben, wird sich wohl kein Mitarbeiter leichtfertig antun.
Lassen Sie sich die Kernpunkte der Methode einmal durch den Kopf gehen, und überlegen Sie, in welchen Bereichen Sie sie anwenden können. Vielfach werden Sie Leistungen erst quantifizierbar machen müssen, doch das ist in der Regel die Mühe wert.

Die Quintessenz des Ganzen: Sie KÖNNEN sich auf Ihre Mitarbeiter 100 % verlassen – Sie müssen es nur richtig anstellen.

Selbstverständlich stehe ich Ihnen für ein kostenfreies Erstgespräch jederzeit zur Verfügung und gebe Ihnen Tipps, wie Sie das Selbstmanagement statt Management in Ihrem Unternehmen in kleinen Schritten angehen können. Wenn Sie mögen, begleite ich Sie auch in der praktischen Umsetzung in Ihrer Firma. Sprechen Sie mich an!

Ich freue mich ebenfalls auf Ihren Kommentar, eine Rückmeldung zu meinem Beitrag oder sehr, sehr gerne auf Ihre Fragen zum Thema. Schreiben Sie mir einfach eine E-Mail an jk at juttakeller.net.

 

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Tags

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